Kalter Krieg reloaded?

Die besorgniserregende russische Außenpolitik

Vor einigen Tagen, am 18. März, jährte sich zum dritten Mal die Annexion der Halbinsel Krim durch Russland. In den Medien wurde in mehreren kleinen Beiträgen daran erinnert, die sich vor allem damit beschäftigten, was sich für die Bewohner der Krim in den letzten drei Jahren verändert hat (nicht viel). Keiner dieser Berichte zog überhaupt noch in Erwägung, dass die Entwicklung noch einmal rückgängig gemacht werden könnte, obwohl (außerhalb Russlands) weitgehend Konsens darüber herrscht, dass die Abspaltung der Krim von der Ukraine völkerrechtswidrig war: Das zugrundeliegende Referendum sei übereilt und unter dem Eindruck russischer Militärpräsenz durchgeführt worden, zudem deute das überdeutliche „Ja“ zu Russland auf Manipulationen am Wahlergebnis hin. Zwar haben EU, USA und einige andere Staaten seitdem Sanktionen, vor allem wirtschaftlicher Art, gegen Russland verhängt, dennoch glaubt wohl niemand mehr ernsthaft daran, dass Russland die Krim jemals wieder hergeben wird. Mit der Annexion der Krim jährt sich aber auch zum dritten Mal Russlands „Rückkehr“ auf die Bühne der Weltpolitik: Militärische Intervention in den syrischen Bürgerkrieg, vermutete Einflussnahme auf den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf, Falschmeldungen und Verleumdungen russischer Medien bezüglich westlicher Staaten und Politiker, finanzielle Unterstützung rechtspopulistischer Parteien in Europa. Russland scheint zurzeit seine Hände überall im Spiel zu haben. Der heutige Artikel will versuchen, das neue weltpolitische Auftreten Russlands seit der Krimkrise ein wenig zu erhellen.

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Russland – unter Putin wieder erfolgreiche Weltmacht? Quelle: Pixabay.

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Geht die Welt bald unter?

Zwischen Erklärungsversuchen und Ohnmacht

Vor ein paar Monaten hörte ich bei Spotify den Podcast „Fest & Flauschig“ der Entertainer Jan Böhmermann und Olli Schulz. Der bezeichnende Titel der Episode: The Big Empty. Olli Schulz wirkte an diesem Tag irgendwie ausgelaugt und müde, lauschte die meiste Zeit den Abstrusitäten Böhmermanns und machte sich nur durch gelegentliches Gähnen bemerkbar. Keiner von beiden hatte irgendetwas Substanzielles zu sagen und doch redeten und redeten sie (das Konzept der Sendung auf den Punkt gebracht). Ich hingegen frage mich neuerdings immer öfter, was ich – angesichts der weltweiten Ereignisse – noch zu sagen (bzw. zu schreiben) habe und ob es nicht besser wäre, gleich ganz zu schweigen. Seit der US-Wahl vor ein paar Tagen fühle auch ich mich ziemlich leer, geschockt vom unerwarteten Ausgang und unfähig, mir die nahe Zukunft vorzustellen. Donald John Trump ist der neue „Führer der freien Welt“ und damit bald einer der mächtigsten Männer auf dem Planeten.

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President-elect Trump: Wahrgewordener Alptraum oder rechtzeitiger Warnschuss? Quelle: Pixabay.

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