Sharing Economy

Teilen macht Spaß – aber ist es auch wirklich sozial?

Urlaubsplanung für den nächsten Städtetrip: Anreise mit BlaBlaCar, Zimmer über Airbnb, für kurzfristigen Transport in der Stadt ruft man sich einen Fahrer über Uber. Zumindest über manche dieser Optionen hat der eine oder die andere sicherlich schon einmal nachgedacht oder sie genutzt. Gerade unter jungen Menschen erfreuen sich nach meiner Erfahrung die genannten oder vergleichbare Dienste großer Beliebtheit, versprechen sie doch preisgünstiger, ressourcenschonender und persönlicher zu sein als die klassischen Alternativen. Günstig und (trotzdem) ein gutes Gewissen? Da freut sich der bewusst lebende, sozial aktive Student. Auch die Unternehmen scheinen zufrieden, jedenfalls hört man immer wieder von steigenden Nutzerzahlen. Ist die sogenannte Sharing Economy ein zukunftsweisendes Modell oder eher eine große Blase, die Risiken und Gefahren birgt?

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Das ideale Grundprinzip des Teilens – Kann die Sharing Economy es erfüllen? Quelle: Pixabay.

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Insekten

Die Nahrung der Zukunft

Im vergangen Jahr thematisierte einer unserer meinungsselfies bereits den ökologischen Fußabdruck der Viehwirtschaft und die Folgen, die der maßlose Fleischkonsum der westlichen Welt nach sich zieht. Auch in diesem Jahr genießen wir wieder die sommerliche Grillsaison, während gleichzeitig gegen eine der größten Hungerskatastrophen der Menschheitsgeschichte angekämpft wird. Knapp 20 Millionen Menschen in Somalia, Südsudan, Nigeria und Jemen sind besonders betroffen. Diese humanitäre Katastrophe hat natürlich viele Ursachen und liegt nicht in erster Linie an unseren Nackensteaks vom letzten Wochenende. Zwar macht sich unverkennbar in den betroffenen Gebieten der Klimawandel besonders stark bemerkbar: Seit Jahren bleibt Regen aus, Ackerland versteppt, Nutztiere magern ab und sterben. Allerdings sind diese Länder vor allem politisch höchst instabil. Nigeria wird von der Boko-Haram-Miliz terrorisiert, im Jemen und Südsudan herrscht Bürgerkrieg und Somalia ist praktisch das Paradebeispiel eines failed state. Diese Zustände erschweren es enorm, der Zivilbevölkerung Hilfe zu bringen oder gar Präventionsmaßnahmen zu ergreifen. Dennoch ermahnen uns die immer erschreckenderen Ereignisse in der Dritten Welt immer wieder unseren Konsum zu überdenken, denn bald neun Milliarden Erdenbewohner können sich nicht alle von Rind, Schwein und Geflügel ernähren.

Vegetarismus und Veganismus sind bekanntermaßen besonders emotional aufgeladene Themen. Stumpfe Parolen, wie „Von dem Kaninchenfutter werde ich nicht satt!“, mal außen vor, können sich viele Menschen, der Verfasser eingeschlossen, einfach nicht vorstellen, ihre Ernährung größtenteils oder gänzlich ohne tierische Komponenten zu bestreiten. Klimaverträgliche Abhilfe verspricht da eine (bei uns) ungenutzte Fleisch- und Eiweißquelle, die allerdings mit einiger Überwindung verbunden ist: Insekten.

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Vom Feld bald auf den Teller? Insekten als gewöhnungsbedürftige Fleischalternative. Quelle: Pixabay.

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Die intelligente Idealgesellschaft

Wie der Traum von Harmonie in der Realität spaltet

Es ist jetzt etwas mehr als ein Jahr her, dass ich meinen ersten meinungsselfie veröffentlicht habe. Damals ging es um das Thema Allgemeinwissen: Was gehört heutzutage in einen allgemeinen Wissenskanon? Braucht man einen solchen überhaupt noch, wenn man im Internet jederzeit Zugriff auf jede gewünschte Information hat? Sollte man sich darum nicht besser spezialisieren? Was in diesem Artikel überhaupt nicht im Fokus stand, war die Verbindung von Allgemeinwissen und Intelligenz. Wer viel weiß, wird in der Regel auch als besonders klug angesehen, man denke nur an die „Superbrains“ und „Quizgötter“ der einschlägigen TV-Formate. Dabei braucht man für ein großes Allgemeinwissen nur die Bereitschaft, möglichst viele Informationen zu konsumieren, und ein gutes Gedächtnis, um diese zu speichern. Mit Intelligenz hat das erstmal nur bedingt zu tun, jedoch neigen wir durch den anschaulichen Charakter von Wissensdemonstrationen dazu, einem solchen Menschen auch eine hohe Intelligenz zuzusprechen – und damit auch hohes Prestige. Denn neben Reichtum, Macht und Ansehen ist Intelligenz ein Mittel sozialer Stratifikation in unserer modernen, demokratischen (westlichen) Gesellschaft. Im Grunde ist es sogar das entscheidende Mittel, schließlich lassen sich mithilfe von Intelligenz die anderen drei erreichen. Dementsprechend kann es für jeden Menschen eigentlich nur erstrebenswert sein, möglichst intelligent zu sein. Ebenso profitiert die Gesellschaft insgesamt von vielen intelligenten Menschen, die wichtige Positionen besetzen können, gute Arbeit leisten und Innovationskraft demonstrieren. Wie also schafft man eine möglichst intelligente Gesellschaft?

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Typische Graduation Ceremony – Gleichzeitig aber auch Graduierung der Gesellschaft. Quelle: Pixabay.

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Privatisierung

Schlanker Staat – Besserer Staat?

Aus früher Kindheit oder Gesprächen mit älteren Mitmenschen mag sich unsere jüngere Leserschaft vielleicht noch an Bezeichnungen und Ausdrucksweisen erinnern, wie: „Er ist Bahnbeamter“ oder „Ich gehe zum/aufs Postamt“. Für Menschen, die erst ab den späten 1980er Jahren geboren sind, erscheinen solche Ausdrücke altertümlich und unpassend. Wir würden eher von einem Bahnangestellten oder einer Postfiliale sprechen. Den Grund dafür kennen die meisten sicherlich: Die deutsche Bahn, die Post, aber auch die Lufthansa oder die Telekom waren bis vor etwas mehr als zwanzig Jahren in staatlichem Besitz und ihre Arbeitskräfte zum größten Teil Beamte. Ab den 1990er Jahren wurden diese Behörden jedoch in Teilen oder auch ganz zu privaten Unternehmen, die neue Arbeitskräfte nur noch als Angestellte einstellten, auch wenn Bezeichnungen wie „…beamter“ noch weiterleben. Der jüngeren Generation ist der alte Status dagegen schon gar nicht mehr bewusst. Dennoch ist das Thema Privatisierung nach wie vor brandaktuell, zuletzt standen die deutschen Autobahnen diesbezüglich im Fokus. In diesem Artikel soll ein wenig ausgeleuchtet werden, ob und wann sich Privatisierung lohnt, wann nicht, und wann sie vielleicht sogar zu einer Gefahr wird.

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Die öffentliche Infrastruktur – Besser aufgehoben in privater Hand? Quelle: Pixabay.

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As good as gold

Über den enormen Einfluss eines chemischen Elements

„Es ist nicht alles Gold, was glänzt.“; „Gold wert sein“; Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.“; „Die goldene Mitte“; „Ein goldener Oktober“; „Eine goldene Regel“…

Mit einer Auflistung aller deutschen Redewendungen zum Thema Gold ließe sich wohl schon der halbe Artikel füllen – und dann könnte man noch in anderen Sprachen fortfahren. Deutlich wird aber bereits jetzt, welch hohe metaphorische Symbolkraft das Edelmetall schon immer in unserer Sprache und damit auch in unserem Denken hatte. Gold ist der Stoff, aus dem die Träume sind, und steht seit jeher für etwas Edles, Reines und Wertvolles. Und erstaunlicherweise übt Gold auf alle Menschen, unabhängig von Sozialisation und Herkunft, eine enorme Anziehungskraft aus. Egal auf welchem Kontinent, egal auf welchem kulturellen Niveau, schon immer gruben Menschen nach Gold, fertigten daraus Schmuck, verzierten damit Gebäude, ehrten damit die Götter, nutzten es als Zeichen für Macht und Reichtum. Wie das Metall auch heute noch eine zentrale Rolle in unserer globalisierten Welt spielt, darum soll es in diesem Artikel gehen.

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Die Anziehungskraft des Goldes- Wer hätte diese Barren nicht gern? Quelle: Pixabay

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Kalter Krieg reloaded?

Die besorgniserregende russische Außenpolitik

Vor einigen Tagen, am 18. März, jährte sich zum dritten Mal die Annexion der Halbinsel Krim durch Russland. In den Medien wurde in mehreren kleinen Beiträgen daran erinnert, die sich vor allem damit beschäftigten, was sich für die Bewohner der Krim in den letzten drei Jahren verändert hat (nicht viel). Keiner dieser Berichte zog überhaupt noch in Erwägung, dass die Entwicklung noch einmal rückgängig gemacht werden könnte, obwohl (außerhalb Russlands) weitgehend Konsens darüber herrscht, dass die Abspaltung der Krim von der Ukraine völkerrechtswidrig war: Das zugrundeliegende Referendum sei übereilt und unter dem Eindruck russischer Militärpräsenz durchgeführt worden, zudem deute das überdeutliche „Ja“ zu Russland auf Manipulationen am Wahlergebnis hin. Zwar haben EU, USA und einige andere Staaten seitdem Sanktionen, vor allem wirtschaftlicher Art, gegen Russland verhängt, dennoch glaubt wohl niemand mehr ernsthaft daran, dass Russland die Krim jemals wieder hergeben wird. Mit der Annexion der Krim jährt sich aber auch zum dritten Mal Russlands „Rückkehr“ auf die Bühne der Weltpolitik: Militärische Intervention in den syrischen Bürgerkrieg, vermutete Einflussnahme auf den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf, Falschmeldungen und Verleumdungen russischer Medien bezüglich westlicher Staaten und Politiker, finanzielle Unterstützung rechtspopulistischer Parteien in Europa. Russland scheint zurzeit seine Hände überall im Spiel zu haben. Der heutige Artikel will versuchen, das neue weltpolitische Auftreten Russlands seit der Krimkrise ein wenig zu erhellen.

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Russland – unter Putin wieder erfolgreiche Weltmacht? Quelle: Pixabay.

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Der Generationenkonflikt

Über den ungleichen Einfluss der Altersklassen

Die Entscheidung Großbritanniens für den EU-Austritt ist mittlerweile schon wieder ein Dreivierteljahr her und die ganz große Aufregung darum hier in Deutschland längst abgeebbt. Kein Wunder, schließlich finden nun erstmal die langen Austrittsverhandlungen statt, Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland werfen ihre Schatten voraus, und die Öffentlichkeit ist seit fünf Monaten ohnehin fast nur mit Donald Trump beschäftigt. Das Leben geht für uns also seinen „gewohnten“ Gang. Anders im Vereinigten Königreich: Viele Briten müssen sich seit dem Brexit-Votum fragen, wie sie zukünftig ihr Leben gestalten werden, wenn ihre Zukunftspläne, Geschäftsmodelle oder Arbeitsverhältnisse auf einer Teilnahme am EU-Binnenmarkt beruhten. Existenzsorgen herrschen vor, die noch dadurch erschwert werden, dass es ja die eigenen Landsleute waren, die ihnen dies durch ihr Abstimmungsverhalten eingebrockt haben. In den Medien ist darum seit dem Brexit von einer gespaltenen britischen Gesellschaft die Rede, was häufig am Beispiel Alt vs. Jung verdeutlicht wird.

In der Altersgruppe über 65 hätten 60 Prozent für den Brexit gestimmt, unter den 18 bis 24-Jährigen über 70 für den Verbleib. Allgemeiner Tenor: Die rückständigen Alten wollten in ihren nationalstaatlichen Strukturen verharren und scherten sich dabei nicht um die Zukunftsaussichten der jungen Generation. Sie selber müssten mit den Folgen des Brexit ja eh nicht mehr lange leben. Aber: Von den 18 bis 24-Jährigen ging auch nur ein Drittel zur Wahl, von den Ü-65ern über 80 Prozent. Ist so ein Generationenkonflikt also nur reißerischer Journalismus und wie sieht es diesbezüglich in Deutschland aus?

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Wer gibt in unserer Gesellschaft die Richtung vor? Alt oder Jung? Quelle: Pixabay.

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Rüstungsexporte

Vom deutschen Geschäft mit dem Tod

Koalitionsaussagen, Personalentscheidungen, Gesetzesentwürfe…

Es gibt viele Themen, bei denen Politiker sich gerne mal bedeckt halten, weil sie entsprechende Entscheidungen erst zu einem geeigneten Zeitpunkt öffentlich machen oder möglichst geräuschlos über die Bühne bringen wollen. Werden im Vorhinein diesbezügliche Fragen gestellt, wird sich mit ausweichenden Floskeln beholfen. Zu den „unangenehmsten“ Themen  gehören alljährlich die deutschen Rüstungsexporte, vor allem wenn sie in Krisenregionen oder Länder mit zweifelhafter Auslegung der Menschenrechte gehen. Der Öffentlichkeit wird dazu nur das Notwendigste mitgeteilt, da der Deal hinter verschlossenen Türen durch einen Ausschuss unter Beteiligung der relevanten Ministerien ausgehandelt und nicht etwa das Parlament befragt wird. Auf Nachfragen heißt es dann, das Geschäft sei im Hinblick auf Sicherheit und Moral einwandfrei oder die Entscheidung dazu wäre noch von der Vorgängerregierung getroffen worden und man hätte es jetzt eben durchführen müssen.

Kaum ein Wirtschaftszweig ist in Deutschland so stark politisch reguliert wie die Rüstungsindustrie. Warum werden dann trotzdem seit Jahrzehnten ethisch fragwürdige Waffenexporte bewilligt? Ist es reines Profitstreben in Verbindung mit erfolgreichem Lobbyismus? Geht es um die Sicherung von Arbeitsplätzen in der Rüstungsindustrie? Ein Blick auf die Waffenschmiede Bundesrepublik.

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Hatte schon immer ein breites Angebot – die deutsche Rüstungsindustrie. Quelle: Pixabay.

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Bedingungsloses Grundeinkommen

Existenzsicherheit für alle?

Ich halte den Sozialstaat, wie wir ihn in Deutschland und anderen Staaten kennen, für die größte Kulturleistung, die die Europäer im Lauf dieses schrecklichen 20. Jahrhunderts zustande gebracht haben.

Helmut Schmidt

Wenn man seinen Artikel mit einem Zitat des vielleicht letzten deutschen Politikers einleitet, der noch gesamtgesellschaftliche Anerkennung genoss, kann man diesem wohl kaum widersprechen. Und sicherlich hat Schmidt mit der obigen Einschätzung (mal wieder) Recht gehabt. In einer Gesellschaft aufzuwachsen, in der man sich sicher sein kann, im Falle von Erwerbslosigkeit, Krankheit oder anderer schwerer Lebenssituationen durch die Sozialkassen so weit aufgefangen zu werden, dass es zumindest für das Lebensnotwendigste reicht, ist ein Luxus, den Generationen über Jahrtausende hinweg nicht genießen konnten. Milliarden von Menschen auf der Welt können das bis heute nicht. Als verwöhnter Bürger eines reichen Industrielandes vergisst man das häufig und nimmt die guten Lebensumstände als normal hin. Allerdings: Stünde es wirklich so gut, würden wir hier bei meinungsselfies in unseren Artikeln nicht ständig in den verschiedensten Kontexten auf soziale Ungleichheit, abgehängte Bürger etc. hinweisen. Die Grundidee des Sozialstaats, dass die nationalwirtschaftlichen Erträge die nationalen Sozialkassen füllen, ist durch Entwicklungen wie die Globalisierung der Wirtschaft und den demographischen Wandel mächtig ins Wanken geraten. Viele Menschen müssen trotz Arbeit noch Grundsicherung beziehen oder trotz Rente weiterhin arbeiten. Schon seit Jahrzehnten steht die Politik darum unter Druck, den Sozialstaat zu reformieren und ihn zukunftsfähig zu machen. Die wohl radikalste Idee in diesem Zusammenhang ist die des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE).

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Jeden Monat Geld für nichts – Rettung für den Sozialstaat? Quelle: Pixabay.

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Elektromobilität

Fahren deutsche Autobauer nur hinterher?

Die Deutschen und die Autos – seit jeher eine Liebesbeziehung. Als eines von nur noch wenigen Ländern leistet sich die Bundesrepublik noch Autobahnen ohne Tempolimit. Die Einführung eines solchen im Wahlkampf zu erwähnen, ist ein Schuss ins eigene Bein. „Freie Fahrt für freie Bürger“, lautet das niemals aussterbende Totschlagargument. Darüber hinaus ist die deutsche Automobilindustrie der mit großem Abstand bedeutendste nationale Industriezweig und das Land der weltweit größte PKW-Exporteur. Auch ein Zeichen für die globale Wertschätzung, die deutschen Autos entgegengebracht wird – zumindest galt dies, bevor der Abgasskandal die weiße Weste von VW und anderen deutschen Marken stark beschmutzt hat. Die Manipulation von Abgaswerten ist aber nicht nur bloße Schummelei, um Entwicklungskosten zu sparen. Es ist auch ein Signal dafür, dass Autobauer mittlerweile an Grenzen stoßen, wenn sie Autos mit klassischem Verbrennungsmotor an die immer strenger werdenden Umweltstandards anpassen müssen. Der Reformdruck deutet auf ein klares Ziel hin: Elektroautos.

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Vorbote der Zukunft – Elektroauto an der „Tankstelle“. Quelle: Pixabay.

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