Kalter Krieg reloaded?

Die besorgniserregende russische Außenpolitik

Vor einigen Tagen, am 18. März, jährte sich zum dritten Mal die Annexion der Halbinsel Krim durch Russland. In den Medien wurde in mehreren kleinen Beiträgen daran erinnert, die sich vor allem damit beschäftigten, was sich für die Bewohner der Krim in den letzten drei Jahren verändert hat (nicht viel). Keiner dieser Berichte zog überhaupt noch in Erwägung, dass die Entwicklung noch einmal rückgängig gemacht werden könnte, obwohl (außerhalb Russlands) weitgehend Konsens darüber herrscht, dass die Abspaltung der Krim von der Ukraine völkerrechtswidrig war: Das zugrundeliegende Referendum sei übereilt und unter dem Eindruck russischer Militärpräsenz durchgeführt worden, zudem deute das überdeutliche „Ja“ zu Russland auf Manipulationen am Wahlergebnis hin. Zwar haben EU, USA und einige andere Staaten seitdem Sanktionen, vor allem wirtschaftlicher Art, gegen Russland verhängt, dennoch glaubt wohl niemand mehr ernsthaft daran, dass Russland die Krim jemals wieder hergeben wird. Mit der Annexion der Krim jährt sich aber auch zum dritten Mal Russlands „Rückkehr“ auf die Bühne der Weltpolitik: Militärische Intervention in den syrischen Bürgerkrieg, vermutete Einflussnahme auf den amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf, Falschmeldungen und Verleumdungen russischer Medien bezüglich westlicher Staaten und Politiker, finanzielle Unterstützung rechtspopulistischer Parteien in Europa. Russland scheint zurzeit seine Hände überall im Spiel zu haben. Der heutige Artikel will versuchen, das neue weltpolitische Auftreten Russlands seit der Krimkrise ein wenig zu erhellen.

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Russland – unter Putin wieder erfolgreiche Weltmacht? Quelle: Pixabay.

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Der Generationenkonflikt

Über den ungleichen Einfluss der Altersklassen

Die Entscheidung Großbritanniens für den EU-Austritt ist mittlerweile schon wieder ein Dreivierteljahr her und die ganz große Aufregung darum hier in Deutschland längst abgeebbt. Kein Wunder, schließlich finden nun erstmal die langen Austrittsverhandlungen statt, Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland werfen ihre Schatten voraus, und die Öffentlichkeit ist seit fünf Monaten ohnehin fast nur mit Donald Trump beschäftigt. Das Leben geht für uns also seinen „gewohnten“ Gang. Anders im Vereinigten Königreich: Viele Briten müssen sich seit dem Brexit-Votum fragen, wie sie zukünftig ihr Leben gestalten werden, wenn ihre Zukunftspläne, Geschäftsmodelle oder Arbeitsverhältnisse auf einer Teilnahme am EU-Binnenmarkt beruhten. Existenzsorgen herrschen vor, die noch dadurch erschwert werden, dass es ja die eigenen Landsleute waren, die ihnen dies durch ihr Abstimmungsverhalten eingebrockt haben. In den Medien ist darum seit dem Brexit von einer gespaltenen britischen Gesellschaft die Rede, was häufig am Beispiel Alt vs. Jung verdeutlicht wird.

In der Altersgruppe über 65 hätten 60 Prozent für den Brexit gestimmt, unter den 18 bis 24-Jährigen über 70 für den Verbleib. Allgemeiner Tenor: Die rückständigen Alten wollten in ihren nationalstaatlichen Strukturen verharren und scherten sich dabei nicht um die Zukunftsaussichten der jungen Generation. Sie selber müssten mit den Folgen des Brexit ja eh nicht mehr lange leben. Aber: Von den 18 bis 24-Jährigen ging auch nur ein Drittel zur Wahl, von den Ü-65ern über 80 Prozent. Ist so ein Generationenkonflikt also nur reißerischer Journalismus und wie sieht es diesbezüglich in Deutschland aus?

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Wer gibt in unserer Gesellschaft die Richtung vor? Alt oder Jung? Quelle: Pixabay.

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Nebenkriegsschauplätze

Wie wir uns stets an Kleinigkeiten aufhängen

Tatort Limburg: Ein Glockenspiel, ein Schießgewehr und eine Veganerin. Eine Konstellation, die im ersten Moment völlig absurd klingt, sorgte vor einigen Wochen für den „Aufreger“ in Deutschland. Eine Frau störte sich an dem Lied „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“, welches – neben weiterem deutschen Liedgut – regelmäßig vom Limburger Rathaus dröhnte. Nachdem sich dabei alle zuerst auf den Umstand gestürzt hatten, dass es sich bei der besagten Dame um eine Veganerin handelt, wurde später klar, dass es ihr gar nicht so sehr um die Tiere als solche ging, sondern eher um die Erwähnung eines „Schießgewehrs“ in der zweiten Strophe des Liedes. Der Bürgermeister der hessischen Kreisstadt ließ das Lied auf jeden Fall von der „Playlist“ des Glockenspiels entfernen, was jedoch für noch mehr Unmut sorgte. Während Fleischfetischisten bereits die vegane Kulturrevolution witterten, sagten völkische Identitäre die Abschaffung des Deutschtums voraus.

Handelt es sich hierbei um die vielzitierten first world problems oder steht der beschriebene Vorfall exemplarisch für unser Versagen, uns den ganz großen Problemen zu stellen? Angesichts der Lage in der Welt muss man sich tatsächlich fragen, warum wir uns mit derlei Nebenkriegsschauplätzen überhaupt noch befassen. Oder ist es gerade diese Komplexität des großen Ganzen, die unsern Fokus auf die „kleinen Dinge“ verlagert?

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Sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht? Was sind relevante Themen und was Nebenkriegsschauplätze? Quelle: Pexels.

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In eigener Sache

Wie einige Leser bereits bemerkt haben dürften, erschien an diesem Montag (27.02.2017) kein Artikel auf meinungsselfies. Da Alexander und ich durch unser Studium momentan relativ eingespannt sind, mussten wir diese Woche eine kleine Pause einlegen, um unseren universitären Verpflichtungen nachzukommen. Ab nächsten Montag (06.03.2017) geht es jedoch wieder im gewohnten Rhythmus weiter. Bis dahin!

Lars & Alexander