Alle Jahre wieder

Von der Wirkungskraft des Weihnachtsfestes

Ab Ende Oktober ist es eine klassische Small-Talk-Phrase, kritisch-amüsiert darauf hinzuweisen, dass ja schon wieder Schokoladenweihnachtsmänner und Plätzchen in den Supermarktregalen stünden. Auch wenn diese Bemerkung durch ihr alljährliches Vorkommen für Ermüdung sorgt, ist sie dennoch unzweifelhaft wahr. In den letzten zwei Monaten des Jahres kann man, zumindest in unserem westlichen Kulturkreis, dem nahenden Weihnachtsfest nicht entgehen, zu sehr ist das öffentliche Leben in dieser Zeit von jenem durchdrungen. Bevor wir uns mit meinungsselfies in eine Feiertagspause verabschieden, soll es in diesem letzten Artikel des Jahres darum gehen, auf welch vielfältige Weisen jener größte Feiertag des Jahres Teil unseres Alltagslebens geworden ist.

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Religöse und säkulare Vorweihnachtsdekoration – Weihnachten als allgemeiner Brauch. Quelle: Pixabay

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Gender-Stereotype in den Medien

Wie Geschlechterrollen entstehen

Obwohl man vor ein paar Jahrhunderten noch nichts von Genen und DNA wusste, fragen sich die Menschen spätestens seit der Aufklärung, was einen Menschen eigentlich ausmacht. Bestimmen unsere (gottgegebenen?!) inneren Anlagen, wer wir werden oder sind es nicht doch eher Erziehung und Umfeld? Im englischsprachigen Raum spiegelt sich diese Frage im Diskurs von „nature vs. nurture“ (Natur vs. Erziehung) wider. Interessant ist in diesem Zusammenhang jedoch besonders das Geschlecht. Nun könnte man argumentieren, dass das Geschlecht in den meisten Fällen (außer bei intersexuellen Menschen) mit der Geburt feststeht, doch soll hier die These vertreten werden, dass das meiste, was wir „männlich“ und „weiblich“ nennen, sozial konstruiert und daher „erlernt“ ist. Von dieser Prämisse ausgehend, wäre zudem zu fragen, woher wir das Wissen um spezifische Geschlechterrollen nehmen und welche Konsequenzen dies mitsichbringt.

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Weibliches Gender-Stereotyp: makellos, schön, sexy. Quelle: Pixabay.

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Zivilisiertes Verhalten

Der ständige Kampf um soziale Regeln

Das Jahr 2016 geht seinem Ende entgegen und in der Rückschau bleibt mir vor allem ein Thema als dauerhaft präsent in Erinnerung: die Verrohung der Sprache und Umgangsformen im politischen und gesellschaftlichen Diskurs. Der US-Wahlkampf war hierfür natürlich das hervorstechendste Beispiel, doch auch bei uns in Deutschland verging kein Monat ohne eine Diskussion über Hass und Hetze. Im Mittelpunkt standen dabei immer die sozialen Netzwerke, in denen jeder weitgehend ungezügelt alles rauslassen kann, was er will, selbst wenn es weit unter die Gürtellinie oder sogar in Richtung Straftatbestand geht. Im Zusammenhang mit diesem Thema begleitete uns auch die Frage, ob mittlerweile nicht zu viel political correctness verlangt würde und man sich mit einer konsequenten Missachtung derselben sogar profilieren könnte (siehe Trump).

In meinen Augen scheint zurzeit ein Aushandlungsprozess über den Wertekanon stattzufinden, der früher das ausmachte, was als „zivilisiertes Verhalten“ galt. Während die einen diesen Kanon noch stärker ausweiten wollen, damit sich wirklich jeder in seiner gesamten Individualität (sei es hinsichtlich Sexualität, kulturellem Hintergrund, Religion, Lebenseinstellung etc.) bloß nicht verletzt fühlen kann, sehen andere eine Grenze des Rücksichtnehmens erreicht, die sie mitunter durch den bewussten Verzicht auf political correctness verteidigen wollen. Aber unter welchen Bedingungen findet ein solcher Aushandlungsprozess über zivilisiertes Verhalten eigentlich statt und wer bestimmt die Regeln? Bei meinem akademischen Hintergrund komme ich nicht umhin, diese Fragestellung aus historischer Perspektive zu untersuchen.

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Großes Verkehrsaufkommen in New York – Sinnbild für die Komplexität der modernen Gesellschaft. Quelle: Pixabay.

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