Freiheit als Weltordnung?

Von der Unzulänglichkeit eines westlichen Konzepts

Vor zwei Jahren begann DIE ZEIT eine Artikel-Serie mit dem Titel „Von Kriegen umzingelt“, in der es vordergründig um die Frage ging, welche Antworten die westliche Welt auf die Krisen der Neuzeit noch geben könne. Das Fazit einiger Autoren niederschmetternd: Keine! Der stets zu Rate gezogene außenpolitische Werkzeugkasten sei aktuell ziemlich leer, westliche Staaten demnach unfähig, Alternativen zu entwickeln, so der allgemeine Tenor. Tatsächlich lassen Ukraine, Naher Osten (Gaza, Irak, Syrien etc.) und neuerdings auch wieder Asien (mit China als potenziellem Aggressor) den Eindruck entstehen als sei es nie schlimmer gewesen, als sei die Krise gewissermaßen Ausdruck eines ohnmächtigen Normalzustandes der heutigen Welt. Die westliche Diplomatie scheint zudem – im Angesicht einer entfesselten Globalisierung – handlungsunfähig und gibt auf dynamische Krisen die immer gleiche Standardantwort, die oft auf dasselbe, wenn auch das vielleicht wichtigste, Thema unserer Zeit hinausläuft: Freiheit.

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Freiheit als Versprechen auf eine bessere Zukunft: Doch muss die Freiheit, die für uns funktioniert, überall funktionieren?. Quelle: Pexels.

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Bergbau im Weltraum

The next grand adventure?

Kein Jahr vergeht, in dem uns nicht regelmäßig warnende Berichte darüber erreichen, was der Mensch dem Planeten antut: Erderwärmung, Schmelzen der Polkappen, Erhöhung des Meeresspiegels, Umweltverschmutzung, Artensterben und viel zu rasanter Rohstoffverbrauch. In Bezug auf den letztgenannten Punkt kommt meistens im Juli oder August die Meldung, dass die Menschheit die in diesem Jahr zur Verfügung stehenden Ressourcen bereits aufgebraucht hat und eigentlich zwei Erden pro Jahr benötigen würde, um ihren Verbrauch zu decken. Obwohl solche Mahnungen sich jedes Jahr wiederholen und dringlicher werden, sind die Reaktionen der Weltgemeinschaft halbherzig bis gleichgültig. Zu verlockend ist es, den kurzfristigen Profit zu genießen, anstatt teure, nachhaltige Konzepte zu verfolgen, die zukünftigen Generationen den Reichtum der Erde erhalten können. Wie traumhaft wäre es, wirklich einen zweiten Planeten mit großen Rohstoffmengen zur Verfügung zu haben? Tatsächlich gibt es Planungen in diese Richtung…

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Unscheinbarer Himmelskörper – Liegt hier zukünftiger Reichtum? Quelle: Pixabay

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Stillstand im Kopf

Warum wir wieder von der Zukunft träumen sollten

Ein Uni-Campus im Süden der USA, ein eloquenter Mann am Rednerpult und eine gebannte Zuhörerschaft – mehr brauchte es vor über 50 Jahren nicht, um Geschichte zu schreiben: „We choose to go to the moon in this decade and do the other things. Not because they are easy, but because they are hard.“ Mit diesen monumentalen Worten verkündete John F. Kennedy am 12. September 1962 den Startschuss für jene Mission, die auch heute noch als die größte Errungenschaft der Menschheit gilt: die Mondlandung. Heute fragt man sich, wo der Enthusiasmus von damals geblieben ist. Wer erlaubt sich in unserer schnelllebigen Zeit überhaupt noch den Luxus von Träumen und Visionen?

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Blick auf die Erde aus dem All: Wann haben wir seit der Mondlandung das letzte Mal geträumt? Quelle: Pexels.

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Aussterbende Sprachen

Wenn man keine Worte mehr hat

Als Student der lateinischen Sprache, der sich zudem auch noch Kenntnisse im Altgriechischen aneignen musste, vergeht kein Jahr, in dem man sich nicht – mal mehr, mal weniger scherzhaft – anhören kann, dass man sich „toten“ Sprachen widme, die keine Rolle mehr spielen, weil es niemanden mehr gibt, der sie spricht. Tatsächlich geht es sowohl dem Lateinischen wie auch dem Altgriechischen noch ganz gut: Sie werden an Schulen und Universitäten gelehrt, sind Grundlagen vieler wissenschaftlicher Begriffe und haben einen festen Platz im kulturellen Gedächtnis der Welt. Es gibt sogar einige durchaus ambitionierte Projekte, was das Sprechen betrifft. Während in Bezug auf diese beiden alten Sprachen von „tot“ keine Rede sein kann, stehen andere tatsächlich kurz davor, für immer zu verschwinden. Im heutigen Artikel soll es um diese bedrohten und aussterbenden Sprachen gehen.

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Visualisierte Sprachenvielfalt – aber reicht nicht auch nur „Hello“? Quelle: Pixabay

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Der „deutsche Sonderweg“

Unser schwieriges Verhältnis zur Demokratie

Am 3. Oktober 1990 war es soweit. Ein Jahr nach Montagsdemonstrationen und Mauerfall wurde die Deutsche Einheit vertraglich besiegelt. Seitdem ist dieser Tag nicht nur ein weiterer gesetzlicher Feiertag im Kalender, sondern vielmehr ein Symbol für den Sieg der Demokratie über Unrechtsstaat und Diktatur. Er steht, wie nur wenige in der deutschen Geschichte, für die Geburtsstunde des „deutschen Volkes“, das sich Freiheit und Gleichheit friedlich „erkämpfte“. 26 Jahre später scheint die Euphorie über diese Errungenschaft jedoch längst verflogen. Statt störungsfreier Feierlichkeiten erlebten die Repräsentanten unseres Landes in Dresden gestern Pöbeleien und PEGIDA-Aufmärsche. Zwar betonen Politiker jeglicher Parteien gebetsmühlenartig, dass es sich ja nur um eine „laute Minderheit“ handele, doch in unserem Land scheint sich etwas verändert zu haben. Die Flüchtlingskrise ist dabei längst nur der Katalysator für das wahre Problem. Wir reiben uns zunehmend am System an sich: an der Demokratie.

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EU-Parlament in Straßburg: Werden wichtige Entscheidungen bald nur noch hier getroffen? Wie muss sich nationale Demokratie verändern? Quelle: Pixabay.

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